Pastorale

Kunstbrücke – Klangbrücke

05

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06

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2020

täglich (lesen Sie mehr)

bis 5.6.2021

Kirchen in Öhningen und Stein am Rhein

DE/CH

Vier Kirchen – ein Werk
in Kirchen von Öhningen und Stein am Rhein
5. Juni 2020 bis 5. Juni 2021

Kunstbrücke: Daniel Gallmann täglich 9 – 18 Uhr

Klangbrücke: Ludwig van Beethoven täglich 11 Uhr und 16 Uhr

Stiftskirche St. Hippolyt und Verena, Öhningen (DE)

Romanische Wallfahrtskirche St. Genesius Schienen (DE)

Kirche St. Pankratius, Wangen (DE)

Stadtkirche Stein am Rhein (CH) (nicht So 11 Uhr)

Klangbrücke mit Werken Ludwig van Beethovens:

  • Täglich um 11 Uhr und 16 Uhr erklingt in allen Kirchen zu exakt gleicher Uhrzeit das gleiche Werk.
  • Bis Ende Juni hören Sie Beethovens Sinfonie Nr. 6, die "Pastorale".
  • Ab 1. Juli wechseln die Werke der Klangbrücke jeweils zum 1. und 15. eines jeden Monats.
  • Das Programm der Klangbrücke finden Sie unten stehend, es liegt auch in den Kirchen aus.

In den Kirchen finden Sie eine Informationsbroschüre mit Erläuterungen zum Werk Daniel Gallmanns und zur Kunstbrücke zwischen Öhningen und Stein am Rhein

In allen vier Kirchen liegen Gästebücher aus. Wir freuen uns auf Ihren Eintrag und Ihre Rückmeldung.

Programm der Klangbrücke bis November 2020:

5. – 30. Juni 2020:

6. Sinfonie (Pastorale) 1. – 5. Satz, NDR-Sinfonieorchester, Dirigent Günter Wand

1. – 14. Juli 2020:

Egmont-Ouvertüre, Cleveland Orchestra, George Szell

Streichquartett op. 18,1, 2. Satz Adagio – Melos Quartett

Violinkonzert 1. Satz Allegro, Pinchas Zukerman, Los Angeles Philharmonic, Zubin Mehta

15. – 31. Juli 2020:

Leonoren-Ouvertüre No1, Cleveland Orchestra, George Szell

Violinkonzert 2. Satz Larghetto, Pinchas Zukerman, Los Angeles Philharmonic, Zubin Mehta

Streichquartett No 7 op. 59/1, 1. Satz Allegro, Alban Berg Quartett

Klavierkonzert No 3 2. Satz Allegro moderato Claudio Arrau, Staatskapelle Dresden, Colin Davis

1. – 14. August 2020:

Violinkonzert 3. Satz Rondo, Pinchas Zukerman, Los Angeles Philharmonic, Zubin Mehta

Klaviersonate No 32 op. 111 (Hammerklavier) 2. Satz Arietta, Alfred Brendel

Streichquartett No 10  op.74 (Harfenquartett), Allegretto con variazioni , Alban Berg Quartett

15. – 31. August 2020
:

Klavierkonzert No 3, 1. Satz Allegro moderato, Claudio Arrau, Staatskapelle Dresden, Colin Davis

9. Sinfonie 3. Satz  Adagio, Concertgebouw Orchester, Eugen Jochum

1. – 14. September 2020:

Klaviertrio op.70,1 (Geistertrio) 1. Satz Allegro vivace Abegg Trio

Sinfonie No 4, 2. Satz Adagio, Bayerisches Staatsorchester, Carlos Kleiber

Cello Sonate  No 3 A-Dur 1. Satz Allegro, Jacqueline Du Pré, Stephen Bishop-Kovacevich

15. – 30. September 2020:

Sinfonie No 3 (Eroica), 1. Satz, Allegro con brio

Cincinnati Symphony Orchestra, Michael Gielen

Klaviertrio op.70,1 (Geistertrio), 2. Satz Largo Assai, Abegg Trio

Klaviersonate Nr. 13 op.27,1 (Sonata quasi una fantasia), Satz 1-3, Emil Gilels

1. – 14. Oktober 2020:

Septett op. 20, 2. und 3. Satz, Septett der Stuttgarter Philharmoniker

7. Sinfonie, 2. und 3. Satz, Wiener Philharmoniker, Carlos Kleiber

15. – 31. Oktober 2020:

Sinfonie No 1, 1. und 2. Satz, Chamber Orchestra of Europe, Nikolaus Harnoncourt

Mondscheinsonate / Round About Midnight, Ray Brown (bass), Laurindo Almeida (guit)

Sinfonie No 5, 2. Satz Andante, Los Angeles Philharmonic, Carlo Maria Giulini

1. – 14. November 2020

Sinfonie No 2, 2. Satz Adagio molto, Chamber Orchestra of Europe, Nikolaus Harnoncourt

Streichquartett No 7 op. 59/1 (Rasumovsky) 3. und 4 Satz, Alban Berg Quartett

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Die Pastoralen Brücken  verbinden die Grenzräume von DE und CH zum gemeinsamen Kulturraum Westlicher Bodensee und Rhein. Sie verbinden die historisch zusammengehörenden sakralen Orte, pastoral, künstlerisch, geografisch und durch Beethovens universelle Musik.

Ein Werk in vier Kirchen – für ein ganzes Jahr wird die „Pastorale“ des im schweizerischen Kanton Thurgau lebenden Künstlers Daniel Gallmann täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein und verbindet die Baudenkmale zu einer Kunstinstallation. Die Kooperationspartner haben das Projekt geplant, lange bevor die Covid-19-Pandemie zu Kontaktsperren und verschlossenen Grenzen führte. Das ausgerechnet im Beethoven–Jubiläumsjahr jegliches kulturelle Leben zum Stillstand kam, hat die Projektidee noch befeuert. Denn am 5. Juni 2020, dem Weltumwelttag, sind Künstler aller Nationen aufgerufen, sich dem Beethoven Pastoral Project anzuschließen und dem Appell des Generalsekretärs der Vereinten Nationen António Guterres zu folgen und mit einer eigenen Interpretation von Beethovens Sinfonie Nr. 6, der „Pastorale“ weltweit ein kraftvolles Zeichen zur Wahrung von Natur und Schöpfung setzen.

Kulturelle Veranstaltungen mit Publikum waren im Juni 2020 nicht möglich. Auch die „Pastorale in der Scheune“, die die Höri Musiktage für den 5.6. mit dem Festivalorchester geplant hatten, musste abgesagt werden. Der 3. Satz der Sinfonie wurde stattdessen von den Musikern zu Hause eingespielt und virtuell zum Orchester zusammengefügt (https://youtu.be/ pVjm3UbZpHc).

Das Brückenprojekt konnte das Virus jedoch nicht sprengen, im Gegenteil: Die Projektpartner haben sich kurzerhand entschlossen, die Kunstbrücke durch die Klangbrücke mit Werken Beethovens zu ergänzen: Täglich zur gleichen Zeit, um 11 Uhr und 16 Uhr, erklingen in allen vier Kirchen die gleichen Werke, beginnend im Juni mit der Sinfonie No. 6, der „Pastorale“. Projektstart ist am 5.6. um 16 Uhr. Im Laufe des Sommers werden dann im 14- tägigen Rhythmus die Werke der Klangbrücke gewechselt.

Seit 1983 arbeitet der im Kanton Thurgau lebende Künstler Daniel Gallmann an einem pulsierenden Opus Magnum, seiner „Pastorale“. Er ist auf der Suche nach dem eigentlichen, ursprünglichen Bild einer Landschaft: Immer neu erscheinen die sanft geschwungenen Hügelketten mit wolkenlosem Himmel. Für Daniel Gallmann, *1959, ist Malerei eine Art geistliche Übung, eine Form kontemplativen Glücks und die Summe höchster Konzentration, die den lauten Ruf nach immer Neuem zum Verstummen bringt. Indem er sich der Forderung des Kunstbetriebs zu immer neuem Spektakel verweigert, wandelt Daniel Gallmann seine Malerei in ein künstlerisches Konzept und widerständige Utopie um. Durch Wiederholung widersetzt er sich der Forderung des Kunstmarktes nach Event und ständiger Innovation. Er bleibt bei seiner Suche nach dem ursprünglichen Bild.

In fast vier Jahrzehnten sind rund 2500 Einzeltafeln entstanden. Zu Bildblöcken zusammengefügt, fordern sie den Betrachter zu meditativem Hinsehen von Bildtafel zu Bildtafel auf. „Was wir sehen, ist stets dasselbe – doch nie das gleiche Bild“ (Christoph Bauer, Kunstmuseum Singen).

Die Pastorale Kunstbrücke in vier einzigartigen Baudenkmalen lädt nicht nur zum Hinsehen ein, sondern auch zum Wiederkommen, zum erneuten Betrachten des gleichen Bildes, zum Innehalten, zum visuellen und akustischen Entdecken der sakralen Räume. Und natürlich auch zum Wandern zwischen den Baudenkmalen der beiden Grenzorte Öhningen und Stein am Rhein, in der magischen Landschaft des westlichen Bodensees, dem Untersee.

Daniel Gallmann erläutert sein Werk:

„Eigentlich müssten wir die Bedürfnislosigkeit fördern, aber wir machen genau das Gegenteilige, wir wecken dauernd neue Bedürfnisse und Begierden. Wir haben keine neue Mission, wir befeuern nur ein Konsumsystem: Immer neu und immer schneller lautet die Devise. Die Dienstfertigkeit gegenüber dem Markt ist erschreckend und die Kunst ist zu einem Bestandteil der Konsum- und Unterhaltungsindustrie geworden. Dagegen gilt es widerständige Haltungen einzunehmen: Wenn der Kunstmarkt ständige Innovation fordert, antworte ich mit Nullinnovation. Der Forderung nach immer neuen kreativen Hervorbringungen setze ich das immer Gleiche und immer schon Dagewesene entgegen, man muss sich widersetzen. Wir können auf dem bisherigen Weg nicht zu uns selbst finden. Jedes Ergebnis muss im Zeitalter der Eventkultur schnellstmöglich der nächsten Innovation weichen. Aber jede Innovation befriedigt wieder nicht alle Wünsche, also wartet man ungeduldig auf die nächste. Dieses System anästhesiert uns. Die Entfremdung des Menschen von sich selbst hat unsere Erwartungen übertroffen. Das eigentlich Reaktionäre dieses Systems ist, dass es an diesem immer weiter, höher, schneller festhalten will.“ Daniel Gallmann (http://www.daniel-gallmann.ch)

"Mit der Malerei von Daniel Gallmann setzt eine neue Phase der Selbstbesinnung der Kunst ein. In seinen Werken wird die existenzielle Dimension von Kunst freigelegt und ihre unbedingte Offenheit für das Leben ins Werk gesetzt. Gallmann erarbeitet seit über 20 Jahren - Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr ausschliesslich zwei bildliche Formulierungen: ein Figurenbild in der Manier einer Anna-Selbdritt-Darstellung und eine Landschaft als Pastorale." Paolo Bianchi, Kurator, Dozent, Publizist (Zürich)

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