Pastorale Brücken

Kunstbrücke – Klangbrücke

05

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06

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2020

bis 1.8.2021

täglich 11 Uhr/16 Uhr digitale Konzerte

Kirchen in Öhningen und Stein am Rhein

DE/CH

Vier Kirchen – ein Werk
in Kirchen von Öhningen und Stein am Rhein
5. Juni 2020 bis 4. Juni 2021

Kunstbrücke: Daniel Gallmann täglich 9 – 18 Uhr

Klangbrücke: täglich 11 Uhr und 16 Uhr

Stiftskirche St. Hippolyt und Verena, Öhningen (DE)

Romanische Wallfahrtskirche St. Genesius Schienen (DE)

Kirche St. Pankratius, Wangen (DE)

Stadtkirche Stein am Rhein (CH) (nicht So 11 Uhr)

  • 4 Kirchen auf der Höri und in Stein am Rhein laden 2 x täglich um 11 Uhr und um 16 Uhr in die Klangbrücke zum virtuellen Konzert ein.
  • Das Programm wechselt 14-tägig, in der Regel zum 1. und 15. des Monats (mit Ausnahme von Ostern).  
  • Die Häufigkeit der angebotenen Konzerte garantiert die Einhaltung größtmöglicher Abstände. Die Besucher sind gebeten, Mund-Nasenschutz zu tragen und alle gebotenen Schutzmaßnahmen zu beachten. Es empfiehlt sich warme Kleidung, da die Kirchen auf der Höri nur wenig beheizt sind.
  • Die Konzerte dauern jeweils 30 bis 35 Minuten. Der Eintritt ist frei.
  • Das Programm der Klangbrücke finden Sie unten stehend, es liegt in den Kirchen aus.

In den Kirchen finden Sie eine Informationsbroschüre mit Erläuterungen zum Werk Daniel Gallmanns und zur Kunstbrücke zwischen Öhningen und Stein am Rhein

In allen vier Kirchen liegen Gästebücher aus. Wir freuen uns auf Ihren Eintrag und Ihre Rückmeldung.

Stimmen der Besucherinnen und Besucher:

Wir danken unseren Besucherinnen und Besuchern für die bewegenden Rückmeldungen in den Gästebücher, die uns spiegeln, dass wir mit den Pastoralen Brücken, mit der Klangbrücke und Kunstbrücke, nicht nur Brücken von Kirche zu Kirche, über die politische Grenze und über den langen Zeitraum eines von der Pandemie bedrängten Jahres gebaut haben, sondern auch von Herz zu Herz.

"Herzlichen Dank für diese schöne, schlichte Kirchengestaltung und das berührende Konzert!"

"Zu was hätte dieser wunderbare Ort Beethoven wohl inspiriert, wäre er hier vorbeigekommen?"

"Wunderbare Idee - tolles Konzept!"

"... In jeder Kirche wirkt das Konzert wieder anders, aber stets wohltuend."

"Mit Helena (9 J.) habe ich die bunten schönen Bilder angeschaut. Die Musik haben wir gehend gehört. Immer wenn ich in Schienen bin, gehe ich in diese wunderbare romanische Kirche."

"Die 'Pastorale' ist so eine schöne Idee und sollte als Dauereinrichtung beibehalten werden."

"Die Schlichtheit der Kirche, die wiederkehrenden Landschaften der Gemälde und die Musik von Beethoven haben mir 45 Minuten Meditation und Stille geschenkt. ... Ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Inszenierung!"

"Danke! Wir kommen gerne in diese Kirche und danken für diese wundervolle Musik."

"Tief berührt von der Pastorale. Eine wunderbare Stunde der Meditation in dieser Kirche ganz allein. Danke, es war ein Geschenk."

"Musikgenuss vom großen Meister in der Stille dieser kleinen Kirche."

"Waren schon in St. Pankratius in Wangen zur Pastorale und nun heute hier in dieser wunderbaren Bergkirche bei ebenso wunderbarer Musik! Herzlichen Dank und Gottes Segen allen Akteuren und Hörern."

"Danke herzlich für diesen wundervollen Genuß an Musik – Kunst und Kirche!"

"Welch wunderbarer Einhalt im hektischen Alltagstrubel. Klang- und Kunstbrücke ergänzen sich. Ganz anders als in den anderen Kirchen. Jede auf ihre Art einzigartig. Danke für die Inspiration!"

Das aktuelle Programm der Klangbrücke:

Sonntag 04.04.2021 bis Mittwoch 14.04.2021

Johann Sebastian Bach: Osterkantate „Erfreut euch, ihr Herzen“, Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Ton Koopman
G. F. Händel:
Concerto Grosso 3 G-Dur: Largo-Allegro, Adagio, Allegro, The English Concert, Trevor Pinnock

Donnerstag 15.04.2021 bis Freitag 30.04.2021

Maria – La Visione:
H.I. von Biber:
L’Annonciation
Anononyme:
Ninna Nanna
Traditionnel:
Maria
T. Merula:
Hor ch‘è tempo di dormire
H.I. von Biber:
L‘Aria
Claudio Monteverdi:
Laudate Dominum
M. Cazzati/G.A.Mealli:
Passacaglia

L‘Arpeggiata,
Rial, Jaroussky
Christina Pluhar

Samstag 01.05.2021 bis Freitag 14.05.2021

Francis Poulenc: Gloria:
Gloria
Laudamus te
Dominus Deus
Domine Fili unigenite
Domine Deus, Agnus Dei
Qui sedes ad dexteram Patri

Boston Symphony Orchestra
Battle,
Seiji Ozawa

Samstag 15.05.2021 bis Montag 31.05.2021

Claudio Monteverdi: Vespro della Beata Vergine:
Deus in adiutorium
Dixit Dominus
Duo Seraphim
Nisi Dominus
Audi coelum
Ave maris stella

English Baroque Soloists,
Monteverdi Choir,
John Eliot Gardiner

Dienstag 01.06.2021 bis Freitag 04.06.2021

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 8:
1. Satz Allegro vivace e con brio, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Dirigent Paavo Järvi

Ludwig van Beethoven: Chorfantasie op. 80, BR-Chor, Gewandhausorchester, Pressler (Klavier), Dirigent Kurt Masur

Abschied von den Pastoralen Brücken:

Am 4. Juni verabschieden sich die Pastoralen Brücken endgültig von ihrem Publikum.

Die Pastorale von Daniel Gallmann und die Pastorale Klangbrücke schließen nach einem Jahr.

Wir danken unseren Besucherinnen und Besuchern für Ihre begeisterten Zuschriften und dankbaren Eintragungen in die Gästebücher.

Abschlussveranstaltung 4. Juni 2021:

16.00 Uhr Klangbrücke – das letzte Konzert  

16.45 Uhr Abschlussveranstaltung mit Beiträgen von Pfarrer Stefan Hutterer, Pfarrer Frieder Tramer, Christoph Bauer (Kunstmuseum Singen). Hilde von Massow (Höri Musiktage), Moderation Barbara Paul (SWR)

18.00 Uhr Ausklang

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Erläuterungen zum Projekt

Die Pastoralen Brücken  verbinden die Grenzräume von DE und CH zum gemeinsamen Kulturraum Westlicher Bodensee und Rhein. Sie verbinden die historisch zusammengehörenden sakralen Orte, pastoral, künstlerisch, geografisch und durch Beethovens universelle Musik.

Ein Werk in vier Kirchen – für ein ganzes Jahr wird die „Pastorale“ des im schweizerischen Kanton Thurgau lebenden Künstlers Daniel Gallmann täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein und verbindet die Baudenkmale zu einer Kunstinstallation. Die Kooperationspartner haben das Projekt geplant, lange bevor die Covid-19-Pandemie zu Kontaktsperren und verschlossenen Grenzen führte. Das ausgerechnet im Beethoven–Jubiläumsjahr jegliches kulturelle Leben zum Stillstand kam, hat die Projektidee noch befeuert. Denn am 5. Juni 2020, dem Weltumwelttag, sind Künstler aller Nationen aufgerufen, sich dem Beethoven Pastoral Project anzuschließen und dem Appell des Generalsekretärs der Vereinten Nationen António Guterres zu folgen und mit einer eigenen Interpretation von Beethovens Sinfonie Nr. 6, der „Pastorale“ weltweit ein kraftvolles Zeichen zur Wahrung von Natur und Schöpfung setzen.

Kulturelle Veranstaltungen mit Publikum waren im Juni 2020 nicht möglich. Auch die „Pastorale in der Scheune“, die die Höri Musiktage für den 5.6. mit dem Festivalorchester geplant hatten, musste abgesagt werden. Der 3. Satz der Sinfonie wurde stattdessen von den Musikern zu Hause eingespielt und virtuell zum Orchester zusammengefügt (https://youtu.be/ pVjm3UbZpHc).

Das Brückenprojekt konnte das Virus jedoch nicht sprengen, im Gegenteil: Die Projektpartner haben sich kurzerhand entschlossen, die Kunstbrücke durch die Klangbrücke mit Werken Beethovens zu ergänzen: Täglich zur gleichen Zeit, um 11 Uhr und 16 Uhr, erklingen in allen vier Kirchen die gleichen Werke, beginnend im Juni mit der Sinfonie No. 6, der „Pastorale“. Projektstart ist am 5.6. um 16 Uhr. Im Laufe des Sommers werden dann im 14- tägigen Rhythmus die Werke der Klangbrücke gewechselt.

Seit 1983 arbeitet der im Kanton Thurgau lebende Künstler Daniel Gallmann an einem pulsierenden Opus Magnum, seiner „Pastorale“. Er ist auf der Suche nach dem eigentlichen, ursprünglichen Bild einer Landschaft: Immer neu erscheinen die sanft geschwungenen Hügelketten mit wolkenlosem Himmel. Für Daniel Gallmann, *1959, ist Malerei eine Art geistliche Übung, eine Form kontemplativen Glücks und die Summe höchster Konzentration, die den lauten Ruf nach immer Neuem zum Verstummen bringt. Indem er sich der Forderung des Kunstbetriebs zu immer neuem Spektakel verweigert, wandelt Daniel Gallmann seine Malerei in ein künstlerisches Konzept und widerständige Utopie um. Durch Wiederholung widersetzt er sich der Forderung des Kunstmarktes nach Event und ständiger Innovation. Er bleibt bei seiner Suche nach dem ursprünglichen Bild.

In fast vier Jahrzehnten sind rund 2500 Einzeltafeln entstanden. Zu Bildblöcken zusammengefügt, fordern sie den Betrachter zu meditativem Hinsehen von Bildtafel zu Bildtafel auf. „Was wir sehen, ist stets dasselbe – doch nie das gleiche Bild“ (Christoph Bauer, Kunstmuseum Singen).

Die Pastorale Kunstbrücke in vier einzigartigen Baudenkmalen lädt nicht nur zum Hinsehen ein, sondern auch zum Wiederkommen, zum erneuten Betrachten des gleichen Bildes, zum Innehalten, zum visuellen und akustischen Entdecken der sakralen Räume. Und natürlich auch zum Wandern zwischen den Baudenkmalen der beiden Grenzorte Öhningen und Stein am Rhein, in der magischen Landschaft des westlichen Bodensees, dem Untersee.

Daniel Gallmann erläutert sein Werk:

„Eigentlich müssten wir die Bedürfnislosigkeit fördern, aber wir machen genau das Gegenteilige, wir wecken dauernd neue Bedürfnisse und Begierden. Wir haben keine neue Mission, wir befeuern nur ein Konsumsystem: Immer neu und immer schneller lautet die Devise. Die Dienstfertigkeit gegenüber dem Markt ist erschreckend und die Kunst ist zu einem Bestandteil der Konsum- und Unterhaltungsindustrie geworden. Dagegen gilt es widerständige Haltungen einzunehmen: Wenn der Kunstmarkt ständige Innovation fordert, antworte ich mit Nullinnovation. Der Forderung nach immer neuen kreativen Hervorbringungen setze ich das immer Gleiche und immer schon Dagewesene entgegen, man muss sich widersetzen. Wir können auf dem bisherigen Weg nicht zu uns selbst finden. Jedes Ergebnis muss im Zeitalter der Eventkultur schnellstmöglich der nächsten Innovation weichen. Aber jede Innovation befriedigt wieder nicht alle Wünsche, also wartet man ungeduldig auf die nächste. Dieses System anästhesiert uns. Die Entfremdung des Menschen von sich selbst hat unsere Erwartungen übertroffen. Das eigentlich Reaktionäre dieses Systems ist, dass es an diesem immer weiter, höher, schneller festhalten will.“ Daniel Gallmann (http://www.daniel-gallmann.ch)

"Mit der Malerei von Daniel Gallmann setzt eine neue Phase der Selbstbesinnung der Kunst ein. In seinen Werken wird die existenzielle Dimension von Kunst freigelegt und ihre unbedingte Offenheit für das Leben ins Werk gesetzt. Gallmann erarbeitet seit über 20 Jahren - Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr ausschliesslich zwei bildliche Formulierungen: ein Figurenbild in der Manier einer Anna-Selbdritt-Darstellung und eine Landschaft als Pastorale." Paolo Bianchi, Kurator, Dozent, Publizist

(Zürich)

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