Festgottesdienst

Franz Schubert, Messe Nr. 2

Sonntag

08

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08

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2021

09.30 Uhr

Eintritt frei

Kirchhof Stiftskirche Öhningen

DE

Constanze Gellissen, Sopran
Raoul Bumiller, Tenor
André Sesgör, Bass/Bariton

Projektorchester, Projektchor
Leitung Elisabeth Vöhringer

Auch mit dem Festgottesdienst folgen die Höri Musiktage dem Leitgedanken Sharing Heritage und der Aufgabe, das kulturelle Erbe zu würdigen und zu wahren.

Die Kath. Kirchengemeinde Höri gestalten gemeinsam mit Höri Musiktage den Festgottesdienst und wollen dem Augustiner Chorherrenstift Öhningen, dem größten Baudenkmal der Bodenseehalbinsel Höri, nicht nur Aufmerksamkeit schenken, sondern auch dessen kulturhistorische Bedeutung aufleben lassen.

Projektchor und Projektorchester werden eigens für diesen Festgottesdienst zusammengestellt.

Franz Schubert (1797 – 1828): Messe Nr. 2, G-Dur, D 167

Kyrie
Gloria
Credo
Sanctus
Benedictus
Agnus Dei

Der 18-jährige Schubert schrieb die G-Dur Messe in weniger als einer Woche im März 1815. Sie war vermutlich ein Auftragswerk seiner Pfarrei, da er für die Komposition seine Arbeit an der 2. Sinfonie unterbrach. Er leitete wohl selbst die erste Aufführung in der Lichtentaler Kirche in Wien. Die kleine Besetzung umfasst neben den drei Solisten einen Chor und ein Kammerensemble aus zwei Violinen, Viola und Basso continuo, in diesem Fall Kontrabass und Orgel. Erst in einer späteren Fassung fügte Schubert noch Pauken und Trompeten hinzu.

Die Messe blieb lange unbeachtet, 1846 wurde sie erstmalig gedruckt, aber als Raubkopie mit gefälschter Urheberschaft, erst 40 Jahre danach erschien sie im Druck unter Schuberts Namen.  Heute ist sie eines der populärsten kirchenmusikalischen Werke Schuberts und gilt als eines seiner bedeutendsten Jugendwerke.

Die Messe ist überwiegend homophon und liedhaft komponiert – mit Ausnahme der kanonartigen Anlage des Solistenterzetts im Benedictus und der Fugati in den abschließenden Osanna-Abschnitten von Sanctus und Benedictus.

Wie in fast allen seinen lateinischen Messvertonungen deutet Schubert seine Vorbehalte gegenüber bestimmten Glaubensinhalten an, wenn er im Credotext den Glauben an die katholische Kirche („Et unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam“) streicht und die Erwartung der Auferstehung der Toten („Et expecto resurrectionem mortuorum“) weglässt. Im Credo, das für Komponisten durch die Menge des Textes immer ein Problem darstellt, werden langgezogene Klänge des Chores mit einer fortlaufenden Viertel-Begleitung der Streicher im Stil des barocken „basso seguente“ – modern: walking bass – kontrastiert. Die zentrale Aussage über die Kreuzigung („Crucifixus etiam pro nobis“) ertönt im schmerzhaften h-Moll. Im abschließende Agnus Dei unterstreichen Seufzer der Geigen und chromatische Vorhalte in synkopiertem Rhythmus die Klage am Kreuz; die Bitte um Erbarmen („Miserere“) wird vom Chor ebenso wie die abschließende Bitte um Frieden („Dona nobis pacem“) im Pianissimo vorgetragen, ehe auch das Orchester verstummt.