Festakt Teil I.

Orchesterkonzert

Donnerstag

05

.

08

.

2021

18 Uhr

15 € (Festaktpaket 30 €)

Stiftskirche Öhningen indoor

DE

Mit dem zweiteiligen Festakt eröffnen die Höri Musiktage ihr 5-jähriges Jubiläumsfestival.

Teil I. :

Das internationale Festivalorchester stellt sich vor. Corona-bedingt kann es auch 2021 nur in reduzierter Besetzung auftreten. Unter der Leitung von Harutyun Muradyan leitet es den Konzertabend mit einer Auftragskomposition ein, die eigens zum Jubiläum der Höri Musiktage und zur Würdigung des historischen Ortes Öhningen mit seinem bedeutenden Baudenkmal Augustiner Chorherrenstift komponiert wurde. Der Komponist Adranik Fatalyan wird anwesend sein.

Programm:

Andranik Fatalyan, (*1988) Auftragswerk der Höri-Musiktage

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827):  Violinkonzert op. 61

(Bearbeitung für Kammerorchester von Thorsten Schäffer)

Allegro ma non troppo – Larghetto–attacca – Rondo (Allegro)

Anne Luisa Kramb, Violine

Kammerorchester der Höri Musiktage

Leitung: Harutyun Muradyan

Bald nach Fertigstellung der 4. Sinfonie schrieb Beethoven sein Violinkonzert. Es war erst zwei Tage vor der Uraufführung am 23. Dezember 1806 fertig geworden, so dass der Auftraggeber und Solist Franz Clement, Konzertmeister am Theater an der Wien, wohl Teile des Soloparts vom Blatt spielen musste. Um dennoch sein Können unter Beweis zu stellen, soll der Geiger im Rahmen des Violinkonzerts ein eigenes Bravourstück zum Besten gegeben haben, das er auf nur einer Saite der umgedrehten Violine spielte.
Der erste Satz wird durch 4 Paukenschläge eingeleitet - ein Motiv, das von den Streichern aufgenommen wird und dem ganzen Satz Struktur und Energie gibt. Das hymnische Hauptthema wie auch das gesangliche zweite Thema tauchen immer wieder nahezu unverändert in den verschiedenen Instrumentengruppen auf und werden von der Solovioline auf vielfältige Weise virtuos umspielt, so dass interessante Klangfarben entstehen.

Im Larghetto wird das lyrische Thema in mehreren Variationen verändert, die Solovioline schwelgt in Kombination mit Bläsern, Arco und Pizzicato-Passagen der Streicher in ausgedehnt fortgesponnenen  Girlanden, ohne dass die zarte, reflexive Haltung der Musik je aufgegeben wird.
Der langsame Satz geht „attacca“ direkt in das abschließende Rondo über, dessen tänzerischer Refrain sich immer wieder mit Passagen abwechselt, in denen jagdartige Hornpassagen und an Vogelstimmen erinnernde Bläsermelodien eine Vorahnung der Pastoralsinfonie zu geben scheinen.

Das Konzert wurde lange Zeit kaum aufgeführt, vielleicht bot es den Solisten trotz der technischen Herausforderungen zu wenig virtuosen Spektakel. Doch seit der Wiederentdeckung im Jahre 1844 unter der Leitung Mendelssohns mit dem erst 12-jährigen Solisten Joseph Joachim ist Beethovens einziges Violinkonzert eines der beliebtesten und am meisten aufgeführten Werke der Gattung.