Die Pastorale in der Scheune

Beethoven Pastoral Project

Freitag

05

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06

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2020

18:00 Uhr

Eintritt frei – Spenden willkommen

Oberbühlhof Öhningen-Schienen

DE

Beethoven Pastoral Project am UNO World Environment Day

www.bthvn2020.de/programm/beethoven-pastoral-project/

Den vorgezogenen Auftakt der Höri-Musiktage 2020 bildet ein ländliches Konzert im Rahmen des internationalen Beethoven Pastoral Project zum Beethoven Jubiläumsjahr. Am UNO World Environment Day präsentieren unzählige Künstler weltweit ihre Vision der Musik aus Beethovens 6. Sinfonie, der Pastorale, um zu einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur aufzurufen.

Ist ein idealerer Ort vorstellbar für die Aufführung einer Sinfonie, die die Schönheit der Natur feiert, als die idyllische Landschaft des Schiener Bergs und der wunderschön gelegene Oberbühlhof mit seinen Ausblicken auf den Untersee, den Schweizer Seerücken und bei schönem Wetter auf die Alpenkette um den Säntis?

Nachmittagsprogramm:

15.30 Uhr gemeinsame Wanderung zum Oberbühlhof (Treffpunkte Öhningen Kloster und Wangen Rathaus)

17.00 Angebot Shuttle/Fahrdienst (Treffpunkte Öhningen Kloster und Wangen Rathaus – Anmeldung erforderlich)

Abendprogramm:

Oberbühlhof Öhningen-Schienen

ab 17.00 Uhr: Stärkung mit Vesper und Apéro auf dem Hof

18.00 Uhr: Grußwort Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

ca. 18.30 Uhr: Vortrag "Pastorale – Bemerkungen zu Ludwig van Beethoven und seiner populärsten Sinfonie", Wolfgang Mettler, Studiendirektor a.D.

20.00 Uhr: Die Pastorale in der Scheune

Ludwig van Beethoven, 6. Sinfonie op. 68 (Pastorale)

in der Fassung der Taschenphilharmonie München, Bearbeitung Peter Stangel

Allegro ma non troppo (Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande)
Andante molto moto (Szene am Bach)
Allegro (Lustiges Zusammensein der Landleute)
Allegro (Gewitter, Sturm)
Allegretto (Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm)

Festivalorchester der Höri Musiktage – Dirigent Eckart Manke


Erläuterungen zum Werk:

Beethoven ahmt zwar in seinem 1808 uraufgeführtem Werk immer wieder Naturlaute nach: zwei Solo-Celli imitieren das Murmeln des Bachs, die Flöte gibt die Nachtigall, die Oboe die Wachtel und die Klarinette den Kuckuck (2. Satz: Szene am Bach). Aber der Komponist zielte nicht auf platte musikalische Malerei; auf dem Programmzettel ließ er vermerken, die Musik der Pastorale sei „mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey“. Es geht also – wenn auch durchaus musikalisch ‚gemalt‘ wird - nicht um äußerliche Wirklichkeit, sondern um die Darstellung von Empfindungen und Gefühlen, also eine unsichtbare innere Welt.

Die poetische Idee findet ihren Niederschlag in den Satzüberschriften: So schildert der 1. Satz das Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande. Musikalisch setzt Beethoven das durch verschiedene Elemente um: Die Sinfonie steht in der traditionellen Tonart des Pastoralen, F-Dur. Pentatonik  und Dudelsack-Quinte charakterisieren das einleitende  Natur-Motiv. Entgegen Beethovens sonstiger Gewohnheit verweilt die Musik länger auf bestimmten Harmonien, immer wieder ertönen die gleichen Motive, über den sanft wiegenden Basstönen schwelgt das Orchester in der Wald- und Wiesenseligkeit von Terzen und Sexten, die übliche Beethovensche Dramatik fehlt. Der aus Enge und hektischer Betriebsamkeit entflohene Städter fühlt Frieden und Weite.

Auch die Geselligkeit ist anders als in der Stadt. Im 3. Satz (Lustiges Zusammensein der Landleute) hören wir eine rustikale Bauernmusik; dazu gehört das falsche Einsetzen der Oboe, die so auch noch das Fagott aus dem Konzept bringt.

Der 4. Satz führt doch noch in unruhige Gefilde. Hektische Bewegung in Celli und Kontrabässen erzeugt die bedrohliche Geräuschkulisse von Gewitter und Sturm, wir hören Blitz und Donner, Regen und Sturmgeheul. Nach der einzigen Moll-Passage des Werkes beruhigt sich alles wieder und endet in einem Choral in C-Dur.

Den 5. Satz nennt Beethoven Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm. Wir hören hier folkloristische Anklänge an Alphorn- und Jodelmusik. Die Welt ist wieder mit sich im Reinen. Die akkordische Melodie der Violinen scheint pure Seligkeit zu verströmen, eine fast andächtige Stimmung kommt auf.

Natur erscheint hier als Beglückung in einem religiösen Sinn, wie Beethoven es 1815 ausdrückte: „Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Walde: jeder Baum spricht durch dich. O Gott! Welche Herrlichkeit! In einer solchen Waldgegend, in den Höhen ist Ruhe; Ruhe, ihm zu dienen". Man denkt an Rousseau, sein Heimweh nach einer unverfälschten Natur, die Trost, Hoffnung und Frieden bedeutet.

Mitwirkende